29. April 2020 Botschaft des Comité International de Dachau

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12 Jahre lang war das KZ Dachau das Symbol und die Schule des KZ-Systems; sie basierte auf der Unterdrückung und Verneinung des Menschen.

Bei der Befreiung wünschten sich die Häftlinge aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, dass die Welt von der unvorstellbaren Realität erfährt, die sie gerade erlebt hatten, und dass man diese nicht vergisst.



Ihre Vertreter im Comité International de Dachau, die bereits vor der Befreiung zusammengekommen waren, haben für diesen Wunsch drei Ziele gesetzt: die Bewahrung des Ortes, die Errichtung eines internationalen Mahnmals und die Eröffnung eines Museums. Der Weg war schwierig. Dank einer gemeinsamen Verpflichtung mit dem Freistaat Bayern können die KZ-Überlebenden und ihre Nachkommen im CID 75 Jahre später mit Freude sagen: „Auftrag erfüllt“.

Der Erfolg in der Weitergabe der Erinnerung ist jedoch zerbrechlich, sollte diese nicht weiter getragen werden. Die KZ-Gedenkstätte Dachau ist Teil der politischen Kultur Europas. Sie muss weiterbestehen und ausgebaut werden, um die Geschichte zu bezeugen. Denn die Geschichte hält uns einen Spiegel vor, und regt damit zum Nachdenken an. Dies ist die Aufgabe aller. Der Auftrag zur Weitergabe der Erinnerung besteht also weiterhin und muss mit Wachsamkeit und Entschlossenheit ausgeführt werden.



General Jean-Michel Thomas, Präsident