andre delpeche priceaAmsterdam, 19. Oktober 2013.

Nach seiner Sitzung am 19. Oktober in Amsterdam hat der Verwaltungsrat Wert darauf gelegt, Barbara Distel, die im Juli 2013 Ihren 70. Geburtstag gefeiert hat, durch Verleihung des General-André-Delpech-Preises des CID, der Ihr vom Präsidenten des Comité International de Dachau überreicht wurde, zu ehren.
Die Idee dieses Preises wurde am 1. Mai 2010 von Max Mannheimer vorgeschlagen, um Personen, die durch Unterstützung des CID besondere Verdienste erworben haben, zu danken und, bei der Sitzung des Exekutivbüro am 28. September 2010 schlug Abba Naor vor, daß dieser Preis, der die Personen, die für das CID und für die Erinnerung beispielhaft gearbeitet haben, den Namen des Generals André Delpech, des früheren CID-Präsidenten, trägt.

 

 


greetingbarbara1Wer hat sich mehr als Barbara Distel den Zielen des Comité International de Dachau gewidmet?
Während mehr als vier Jahrzehnte hat Barbara Distel ständig das Gedenken an die Deportation nach Dachau wachgehalten und die Interesse der ehemaligen KZ-Insassen und deren Familien verteidigt. Sie hat bei der Einrichtung der Bibliothek der Gedenkstätte, bei der Gestaltung der ersten Ausstellungen geholfen. Sie war da bei der Errichtung der religiösen Gebäude und des internationalen Mahnmals auf dem ehemaligen Appellplatz federführend. Immer war Sie an der Seite des Internationalen Komitees und der Überlebenden während des langen Kampfs für die Bewahrung und Restauration des Geländes des ehemaligen KZ-Lagers. Sie hat dafür gekämpft, daß die Amerikaner den Westflügel und das Jourhaus räumen, daß das ehemalige Wirtschaftsgebäude umgestaltet wird und damit die Besucher endlich ins ehemalige Konzentrationslager durch das Jourhaus eintreten und das Tor mit dem Inschrift „Arbeit macht frei" aufmachen können. Sie hat mit dem CID, an der Seite des Generals André Delpech dafür gekämpft, daß das Jugendgästehaus endlich Wirklichkeit wird, . Sie hat sich mit aller Kraft für die Errichtung des Besucherzentrum eingesetzt. Mit Wolfgang Benz hat Barbara Distel u.a. neuen Bände der Reihe der Orte des Terrors und im Auftrag des Comité International de Dachau 25 Nummern der „Dachauer Hefte" herausgegeben. Als Leiterin der Gedenkstätte Dachau während vier Jahrzehnten hat sie zu den Katalogen der Dauerausstellung im Museum, zur Neugestaltung der Gedenkstätte Ende der 90ger Jahre und bis 2002 und 2003 wesentlich beigetragen. barbarameet2Den Überlebenden sehr nah, hat sie stets dafür gesorgt, daß so viele wie möglich nach Dachau einmal zurückkehren und dort freundschaftlich und warmherzig empfangen werden können (Geschwister Scholl Preis). Sie hat herzliche Beziehungen mit den Präsidenten und Generalsekretären, die Überlebende von Dachau und dessen Außenlagern waren, gehabt: Albert Guérisse, Georges Walraeve, Louis-Eugène Sirvent, Georges Arjaliès, Jean Samuel und André Delpech. Ohne die Freundschaft mit Jean Lautissier, Fabien Lacombe, Arthur Haulot, Alex Jacquemart, Paul Kerstenne, Ferdinand Berger, Pim Reintjes, C. Steensma, Alfred und Lina Haag, Otto Kohlhofer und so vielen anderen KZ-Überlebenden aus Europa und Israel zu vergessen. Man soll auch nicht die beständige Hilfe vergessen, die sie während langer Jahre Stan. Zamecnik gewährt hat, indem sie ihm Dokumente zur Verfügung gestellt hat, die er brauchte, um seine wissenschaftliche Forschung über die Geschichte des Konzentrationslager Dachau fortzuführen, ungeachtet der Schwierigkeiten, die von politischer Seite gemacht wurden.

 

 


 

klaraDie CID-Mitglieder haben auch die Anwesenheit von Klara Gissing genützt, die nach Jahrzehnten an der Gedenkstätte an der Seite von Barbara in Pension gegangen ist, um ihr für Ihr Engagement und für den herzlichen Empfang zu danken, den sie immer den Überlebenden bereitete.

Die Mitglieder der CID-Gremien, zahlreiche ehemalige KZ-Insassen, Vertreter der niederländischen Lagergemeinschaften und Stiftungen begaben sich nachher zum nationalen Dachau Monumente, wo auch der Generalkonsul der Bundesrepublik Bernd Weiser, der Bürgermeister von Amstelveen Herr Van Zanen, der Botschafter für Menschenrechte und ehemaliger niederländische Generalkonsul in München L. Veer, der ehemalige Generalkonsul in München J. Zaadhof sowie der niederländische Generalkonsul in München Rob Zaagman anwesend waren. Herr Zaadhof überreicht Barbara Distel den von Seiner Majestät König Willem-Alexander verliehenen Orden des Ritters von Oranje-Nassau.

 


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Die CID-Mitglieder und seine Gäste beendeten dann den Tag mit einem Besuch des wunderschönen Musical „Soldaat van Oranije", welches im Theaterhangaar von Valkenburg gespielt wird. Auch dieses Musical ist der Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus gewidmet.