immax8431softMein lieber Max,


Gerne möchte ich die betrübten Beileidsbekundungen und den internationalen Gruß aller Deiner Freunde der Vereinigungen der Deportierten und ihrer Familien innerhalb des Internationalen Lagerkomitees Dachau, dessen einer von zwei Vizepräsidenten Du warst, der sich immer präsent und wachsam für die Anerkennung aller Opfer dieses Konzentrationslagers eingesetzt hat, überbringen.
Wir wissen nämlich, was wir Dir schulden und begrüßen Deinen Einsatz für die Wahrung der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau innerhalb verschiedener Organisationen, vor allen Dingen der Lagergemeinschaft, der Stiftung Max Mannheimers und des Internationalen Lagerkomitees Dachau.
Mit meinen Vorgängern warst insbesondere Du einer derjenigen, die die Zusammenkünfte der Deportierten gegen das Vergessen ins Leben rief, sogar noch vor der Errichtung der Gedenkstätte des Lagers. Und die Vereinigung der Repräsentanten der Deportation neben den bayerischen Institutionen ist innerhalb des spezifischen rechtlichen Rahmens ein Erfolg. Wir sind Dir alle sehr dafür dankbar.
Über Deine vielen Aktivitäten hinweg, die sich auf einem hohen Niveau befanden, Deine literarischen und künstlerischen Begabungen, Deine Kenntnis zahlreicher Fremdsprachen, Deinen Humor, um die Probleme zu überwinden, immer mit einem kleinen Witz versehen, werde ich an Dich das Andenken eines aufrichtigen, willensstarken, offenen und einigenden Mannes wahren. Ich werde das Vertrauen, das Du mir entgegenbrachtest nicht vergessen. Es hat ein besonderes Gewicht, denn mein Vater, der wie Du 1920 geboren wurde, ist ein ehemaliger französischer Widerstandskämpfer, der nach Dachau deportiert wurde.
Die Anzahl und die Verschiedenartigkeit der Menschen, die kamen, um Dir heute das letzte Geleit zu geben, aller Nationalitäten, aller Religionen, aller Anschauungen bezeugen Deine Ausstrahlung. Diese Verschiedenartigkeit veranschaulicht die der Opfer des Konzentrationslagers von Dachau, gefangen gehalten im Konzentrationslager und vereint in ihren Leiden, die ihnen wegen ihrer politischen und religiösen Anschauungen sowie als Gegner des Nazi-Regimes angetan wurden.
Du hast uns die Richtung gewiesen, um fortzufahren diesen Bund zusammen zu schließen und das Andenken zu wahren, in Kameradschaft und ohne jemanden auszuschließen, an der Seite der Behörden der Gedenkstätte und der Stiftung.
Vielen Dank für Dein Beispiel, Lebewohl Max.

Jean-Michel thomas President des Commité International de Dachau

 

Trauer um Max Mannheimer (1920-2016)

Am 23. September 2016 ist Max Mannheimer mit 96 Jahren gestorben. Die KZ-Gedenkstätte Dachau trauert um einen Mann, der sich wie kein Zweiter mit seiner ganzen Person eingebracht hat, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten. 1985 berichtete der am 6. Februar 1920 im mährischen Neutitschein (Nový Jičín) geborene Max Mannheimer erstmals in einem Beitrag für die "Dachauer Hefte" über seine Verfolgungsgeschichte und die anschließende Haft in den Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwitz, Warschau und Dachau.

metvuistDer Verlust fast seiner gesamten Familie hat Max Mannheimer tief geprägt. Die traumatischen Erinnerungen holten ihn immer wieder ein. Ab den 1950er Jahren gelang es ihm durch seine künstlerische Tätigkeit, den quälenden Gedanken zu entgehen. Unmittelbar nach dem Krieg hatte Max Mannheimer vor, Deutschland zu verlassen. Jahre später wurde es seine Lebensaufgabe, öffentlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu kämpfen. Im Erinnerungsdiskurs wurde er zu einer zentralen Instanz. Unermüdlich engagierte er sich seit den 1980er Jahren als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ Bei seinem unermüdlichen Einsatz als Zeitzeuge ging Max Mannheimer nicht als Richter oder Ankläger in die Schulen, sondern als Aufklärer, Schuldzuweisungen an die nachfolgenden Generationen waren ihm fremd. Max Mannheimer engagierte sich in der Lagergemeinschaft Dachau und blieb von 1988 bis zu seinem Tod deren Vorsitzender. Gleichzeitig war er der Vizepräsident des Internationalen Dachaukomitees.

In der Gedenkstätte Dachau herrscht tiefe Trauer. „Seine Bemühungen um die KZ-Gedenkstätte Dachau, sein unermüdliches Engagement um die Errichtung des Jugendgästehauses in Dachau, seine Tätigkeit für den Verein „Gegen Vergessen für Demokratie“ und nicht zuletzt seine ganz persönliche liebenswerte und doch auch hartnäckige Art, mit der es ihm gelang, seine Vorhaben durchzusetzen, werden uns immer in Erinnerung bleiben. Die Gedenkstätte und ihre Mitarbeiter trauern um einen guten Freund.“,

so die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Dr. Gabriele Hammermann.

 

 

Ich spreche mein tiefes Beileid aus für den Tod des grossen Mannes, unseres guten Kollegen im CID, Max Mannheimer. Ich spreche dies Beilieid aus auch im Namen des slowenischen Gemeinschaft der Dachauer Häftlinge, Max war immer unser Herzensfreund und viele von den ehemaligen slowenischen Häftlinge haben ihn persönlich gut gekannt, darum betrifft sein Tod uns tief. Und letzlich, aber wichtig, Max war auch mein guter Freund, den ich sehr hoch bewundert habe und wird für immer mein Vorbild des Kämpfers für die Wahrheit und Richtigkeit bleiben.

Andrej Ule

 

Liebe Freunde,

 
Es ist immer zu früh, und unerwartet, auch wenn man Weiss das man nicht ewig sind.

Unsere herzlichen Beileid.

Freundlichen Grüssen

Familie Legmann

 

 

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